Embassy Energy Talk an der deutschen Botschaft

Der World Energy Council Austria hatte die Ehre, einen Embassy Energy Talk im neuen Gebäude der Deutsche Botschaft Wien auszurichten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das hochaktuelle Thema „Energiekosten versus Wettbewerbsfähigkeit an Industriestandorten in Deutschland und Österreich“. Vor dem Hintergrund einer angespannten wirtschaftlichen Lage kamen führende Vertreter aus Industrie, Energiewirtschaft und Politik zusammen, um zentrale Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze zu diskutieren. Besonderer Dank gilt S.E. Botschafter Vito Cecere für seine großzügige Gastfreundschaft in der Deutschen Botschaft sowie für seine einleitenden Worte. Nach der Begrüßung und Einführung durch Michael Strugl eröffnete die von Gerhard Gamperl moderierte Podiumsdiskussion einen facettenreichen Austausch darüber, wie die Wettbewerbsfähigkeit beider Länder trotz hoher Energiekosten nachhaltig gestärkt werden kann.
Bereits in der Einführung wurde die grundlegende Frage nach der Zukunft des exportorientierten Wirtschaftssystems der Europäische Union aufgeworfen. Dabei wurden auch die praktischen Herausforderungen einer vollständigen Autarkie thematisiert. Statt Autarkie scheinen offene Märkte, verlässliche Rahmenbedingungen, hochwertige Infrastruktur und sichere Eigentumsrechte entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit zu sein, wie auch im Draghi Report hervorgehoben wird.
Carsten Rolle beleuchtete die strukturellen Herausforderungen hoher Energiepreise aus Sicht der deutschen Industrie und betonte die Notwendigkeit verlässlicher politischer Rahmenbedingungen. Bernhard Langhammer verwies auf die äußerst anspruchsvollen Voraussetzungen für das Erreichen von Energie-Neutralität in Deutschland innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte und machte das Ausmaß der erforderlichen Transformation für energieintensive Industrien deutlich.
Sigrid Eckhardt betonte, dass die österreichische Papierindustrie unter den aktuellen Bedingungen vor großen Schwierigkeiten steht, bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen. Gleichzeitig hob sie die bedeutende Rolle des Sektors für die Volkswirtschaft hervor: Rund jeder elfte Arbeitsplatz in Österreich ist direkt oder indirekt mit dieser Wertschöpfungskette verbunden, die zu etwa 90 % exportorientiert ist.
Aleš Prešern machte auf die wachsende Lücke zwischen Stromnachfrage und verfügbarer Energieversorgung aufmerksam. Er unterstrich die wichtige Rolle von Gasturbinen für die Versorgungssicherheit und schloss mit einem vorsichtig optimistischen Ausblick: Wenn es möglich ist, innerhalb eines Jahres ein Kraftwerk in Europa zu errichten, sollte dies auch für zentrale Energieinfrastrukturen erreichbar sein.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Lage ernst, aber keineswegs hoffnungslos ist.
Der Abend endete mit einer lebhaften Fragerunde sowie einem anschließenden Networking-Empfang. Einmal mehr wurde deutlich, dass ein offener Dialog und eine enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Österreich sowie zwischen Politik, Wirtschaft und Forschung wesentliche Bausteine für eine zukunftssichere, wettbewerbsfähige und nachhaltige Energie- und Industrielandschaft sind. Ein herzlicher Dank gilt allen Teilnehmenden für diesen wertvollen Austausch.

