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World Energy Issues Monitor 2020

Der Weltenergierat legt einmal jährlich den "World Energy Issues Monitor" vor. Dieser zeigt die kritischen Themenschwerpunkte im Energiesektor sowohl auf globaler als auch auf nationalstaatlicher Ebene auf. Für den Bericht wurden über 3.000 CEOs, Minister und Experten sowie 550 Konsumenten in 104 Ländern befragt.


Österreich bildete auch bei der diesjährigen Befragung ein Schwerpunktland. WEC Austria bat daher zum einen seine Mitglieder, zu aktuellen Entwicklungen und Perspektiven im Energiesektor Stellung zu nehmen. Zum anderen wurden erstmals auch branchenfremde Player zur Teilnahme an der Umfrage aufgefordert.


Die Befragung fand von Ende August 2019 bis Mitte Oktober 2019 online statt. Nach Auswertung der Fragebögen wurden die Ergebnisse von WEC-London aufbereitet. Die Veröffentlichung der Studie mit den länderspezifischen Analysen erfolgte am 26. Februar 2020.


Gemäß der aktuellen Umfrage bestimmen in Österreich Technologietrends wie die fortschreitende Digitalisierung, Blockchain und künstliche Intelligenz die Agenda der befragten Entscheider. Auch Energieeffizienz, erneuerbare Energien, dezentrale Stromerzeugung sowie die energie- und klimapolitischen Rahmenbedingungen stehen auf der Agenda ganz oben. Die größten Risiken sehen die Befragten in einer unsicheren EU-Kohäsionspolitik und dem digitalen Wandel.


WEC Austria dankt allen Beteiligten für Ihre Unterstützung, verbunden mit der Bitte um weitere gute Zusammenarbeit.

Innovation Insights – Energiespeicher

Die globalen Stromsysteme sind insbesondere durch Dezentralisierung, Digitalisierung und Dekarbonisierung geprägt. Der aktuelle Innovation Insights Brief des World Energy Council untersucht die Grenzen der Energiewende und die Herausforderungen für Energiespeicher.  Dazu wurden Interviews mit Führungskräften aus 17 verschiedenen Ländern geführt und die jüngsten Fortschritte in Bezug auf Technologie, Geschäftsmodelle und Förderpolitik untersucht. Vorgestellt werden diese in 10 Fallstudien.

World Energy Trilemma Index | 2019

Die Ziele, die es im "Energy Trilemma" zu erreichen gilt, definiert der Weltenergierat (World Energy Council - WEC) als

  • sichere Versorgung mit Energie,
  • Zugang zu bezahlbarer Energie sowie
  • als Nachhaltigkeit in der Erzeugung und im Verbrauch von Energie

Jedes Land verfolgt dabei seine eigene Strategie, um das Energie-Trilemma zu lösen. Im aktuellen Energy Trilemma Index des WEC werden 128 Staaten der Welt beurteilt.

Österreich nimmt im aktuellen, weltweiten Trilemma Index Ranking den hervorragenden siebenten Platz ein.

World Energy Scenarios 2019

Die bis zum Jahr 2060 reichenden Energieszenarien wurden vom WEC in Zusammenarbeit mit Accenture Strategy, dem Paul Scherrer Institute und dem WEC-Netzwerk – unter aktiver Beteiligung von WEC Austria - erstellt. In die Studie flossen auch die Erkenntnisse ein, die in rund 100 Experteninterviews sowie in den hierzu in allen Weltregionen veranstalteten Workshops gewonnen wurden. In drei Zukunftsszenarien werden unterschiedliche Politikansätze untersucht und deren Auswirkungen auf den Energiebedarf und die CO2-Emissionen analysiert.

  • Das Szenario "Modern Jazz" setzt auf Marktkräfte und Innovationen.
  • Im Szenario "Unfinished Symphony" bleibt der Staat zentraler und entscheidender Akteur. Mit Blick auf den Klimaschutz wird auf die internationale Zusammenarbeit gesetzt.
  • Das Szenario "Hard Rock" kennzeichnet eine zersplitterte Welt. In einem Patchwork aus Markt und Staat werden vor allem nationale Interessen verfolgt, internationale Zusammenarbeit wird klein geschrieben und das Interesse am Klimaschutz bleibt begrenzt.

In keinem der Szenarien wird das 2-Grad-Ziel – die Begrenzung des globalen Temperaturanstieges auf maximal 2 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Durchschnittstemperatur – erreicht. Zwar verringert sich in den kommenden 45 Jahren die CO2-Intensität in allen Szenarien, am stärksten im Szenario "Unfinished Symphony" mit 4,8% pro Jahr. Allerdings wäre zur Einhaltung des 2-Grad-Ziels eine Verringerung der CO2-Intensität um durchschnittlich 6% pro Jahr notwendig. Dazu wäre eine weitreichende Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft in bisher nicht dagewesenem Ausmaß notwendig. Politik und Gesellschaft sind jedenfalls aufgefordert, in diese Richtung zu steuern und die Veränderungen im Erdsystem einigermaßen beherrschbar zu halten.

Die Studie, das Executive Summary sowie einen Überblick über die Kernaussagen der "World Energy Scenarios 2019" finden Sie unter den nachstehenden Links.

Cyber-Risiken – Herausforderungen für die Energiewende

Der Energiesektor befindet sich im Wandel, neue Synergien werden durch die Verknüpfung von Betriebs-, Informations- und Kommunikationssystemen realisiert: Der digitale Fußabdruck des Sektors wächst rasant. Die Digitalisierung sowie die Entwicklung und Transformation von Energieversorgungsketten stehen im Mittelpunkt vieler Prioritäten von Regierungen und Unternehmen. Gleichzeitig stellt die Digitalisierung neue Herausforderungen dar. So kann beispielsweise das Cyber- oder digitale Störungsrisiko jeden Vorgang innerhalb der Lieferkette betreffen. Die Digitalisierung erfordert neue, agile Risikomanagementkonzepte, die dem sich verändernden Risikoprofil entsprechen und sicherstellen, dass das Energiesystem weiterhin effektiv und zuverlässig ist. Dieser Bericht untersucht die Cyberresilienz - also die Fähigkeit, die eigene Steuerungs- und Reaktionsfähigkeit während oder nach Cyberangriffen möglichst wenig einzubüßen bzw. rasch und mit wenig Schäden den regulären Geschäftsbetrieb wieder aufzunehmen - im Energiesektor.

Energieunternehmen müssen ihre Zukunft neu überdenken

Verschiedene Faktoren stellen das traditionelle Wirtschaftsmodell der Energieindustrie auf den Kopf. Angesichts dieser turbulenten Veränderungen können Energiewirtschaftsunternehmen nicht weitermachen wie bisher - ihr Erfolg hängt davon ab, ob sie Ihre Geschäfts- und Betriebsmodelle radikal überdenken können. Sie müssen nicht nur ihre Rolle in der Energiebranche neu definieren, sondern auch ihre Arbeitsweise, wie sie Ihre Versorgungsinfrastruktur betreiben und wie sie mit Endverbrauchern agieren. Digitale Technologien werden die Grundlage dieser Transformation sein und der Branche helfen, neue Wertschöpfung zu erzielen.

Energy Infrastructure:
Affordability Enabler or Decarbonisation Constraint?

Eine erfolgreiche Energiewende hängt von einer Infrastruktur ab, die anpassungsfähig, zuverlässig und bezahlbar ist. Die bestehende Energieinfrastruktur wurde über viele Jahrzehnte hinweg mit Investitionen in Milliardenhöhe um konventionelle Ressourcen herum aufgebaut. Wir müssen Wege finden, diese Infrastruktur beim Übergang zu einem dekarbonisierten Energiesystem zu nutzen.

Innovation Insights – Wasserstoff

Vor dem Hintergrund des bevorstehenden World Energy Congress 2019 befragte das World Energy Council eine Vielzahl von Experten, Entscheidungsträgern und Stakeholdern aus der Energiewirtschaft zum Thema “New Hydrogen Economy - hope or hype?”. Daraus geht hervor: Wasserstoff kann einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und damit zur Erreichung der globalen Energie- und Klimaziele leisten. Die Einsatzmöglichkeiten reichen vom  Transport- und  Wärmesektor bis hin zum Industrie- und Stromerzeugungssektor, wo fossile Brenn- und Kraftstoffe als primäre Energiequelle ersetzt werden können.  Wasserstofferzeugungs- und Anwendungstechnologien haben in den vergangenen Jahren signifikante Fortschritte gemacht. Allerdings stehen Wasserstoff und seine Bereitstellungs- und Anwendungstechnologien noch am Anfang eines breiten kommerziellen Einsatzes im globalen Energiesystem. Neben einer konsequenten Energiewende-Politik und sektorübergreifender Kooperationen bedarf es von Seiten des Staates und der Gesellschaft noch weitreichender Unterstützung und Förderung.

Global Energy Scenarios Comparison Review

Anlässlich des von 9. bis 12. September 2019 stattfindenden 24. Weltenergiekongress aktualisiert das World Energy Council seine globalen Energieszenarien. Ziel ist es, die Wissensbasis zu einer weltweiten Energiewende zu systematisieren und für den politischen Prozess besser nutzbar zu machen. WEC weist darauf hin, dass eine globale Energiewende eine enorme Herausforderung für die Innovationsfähigkeit darstellt, und dass es nur möglich sein wird, sie zum Erfolg zu führen, wenn der zeitliche Rahmen so definiert wird, dass die Innovationspotenziale ausgeschöpft werden können. WEC legt daher den Fokus auf eine "Innovationswende bis 2040" und auf Szenarien, die eine Beschleunigung der Energiewende in einer Ära radikaler Innovationen und disruptiver Technologien vorsehen. In diesem Zusammenhang nahm der Weltenergierat auch einen Vergleich seiner globalen Energieszenarien mit jenen anderer relevanter Institutionen vor. Der Weltenergierat möchte so einen wichtigen Beitrag zu einem größerem Verständnis der komplexen Zusammenhänge und in der Vermittlung chancenorientierter Lösungen leisten.

YEP Austria: AG-Ergebnisse

Das Young Energy Professionals (YEP) Programm stellt ein interdisziplinäres Netzwerk junger Führungskräfte von Mitgliedern und Partnern des WEC Austria dar und geht auf eine Initiative des Londoner WEC Büros zurück. Der 1. Zyklus bestand seit Oktober 2015 und dauerte bis Herbst 2018. Der von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des 1. Zyklus behandelte Themenbogen umfasste unter anderem die Energiewende, Investitionen und Förderungen bzw. die Auswirkungen der Digitalisierung auf Österreichs Energiewirtschaft. Die Ergebnisse des 1. Zyklus liegen in den Ergebnisberichten "Energiezukunft in Österreich - Aktuelle Trends und Ansätze für Innovationen" und Digitalisierung in der Energiewirtschaft" vor.